Wo sind meine Schuhe

Performance, 10 min.

Marburger Kunstverein, 2017

Angelehnt an einen aufgerollten roten Teppich, steht die maskierte Künstlerin in der Mitte des Raumes. Ihr schwarzes Haar ist zu zwei langen Zöpfen geflochten, die übergehen in Stoff und schließlich als Kabelstränge enden. Ihr nackte Oberkörper wird von einem Kettengewebe aus Sicherheitsnadeln verziert, die sich im Saum ihres knöchellangen Rockes wiederfinden. Dieser besteht aus dem gleichen weißen Gardinenstoff wie ihre Maske.
Einer Statue gleich steht sie etwa eine Stunde lang regungslos da, bis eine Stimme aus dem Hintergrund singend erklingt und sie sich langsam zu bewegen beginnt. Es wird auf Persisch ein Gedicht vom Persischen Dichter Rumi wiedergegeben. Es folgt ein Ausdruckstanz, der vom Mezzosopran Gesang, einem Kontrabass und einer Rahmentrommel begleitet wird.
Die zunehmende Geschwindigkeit der Musik, in Verbindung mit den Handlungen des Körpers, in einem Wechselspiel aus Dynamik und Stillstand, führen zu einer Intensivierung des Ausdrucks, der die Grenzen zwischen Gewalt und weiblicher Schönheit darstellt.

Gesang: Merlind Pohl
Rahmentrommel: Babak Masali
Kontrabass: Heiko Maschmann