Schachmatt IV

Performance, 45 min.

Stadtgalerie Kiel, 2017

Auf einer schwarzen Folie befinden sich zwei Zinkbottiche. Der große leer, der kleine gefüllt mit frischer Milch. Neben den Bottichen liegt ein zusammengelegtes schwarzes Tuch. Auf der anderen Seite geht eine weiße schmale Papierbahn von dem Schwarzen Folie weg.

In dieser Szenerie sitzt die Künstlerin und putzt die Sohle ihres Fußes mit einem Stein. Bedeckt ist ihr Körper nur durch ein schwarzes Tuch, welches ihren Hüft- und Bauchbereich bedeckt. Oberkörper, Arme und Beine sind mit Labyrinth artigen schwarzen Linien verziert. Nach einer Weile hört man aus dem Publikum eine singende Stimme erklingen. 

Die Künstlerin stellt sich in die größere der beiden Wannen und fängt an, sich mit der Milch aus der anderen Wanne ihren Körper abzuwaschen.  Nachdem ihr Körper von den Linien befreit ist verlässt sie den Bottich und öffnet ihren Lendenwickel, worauf ein Schwall weißer Perlen aus diesem zu Boden fallen. Daraufhin kniet sie nieder und berührt mit ihrer Stirn den Boden und verweilt für einige Minuten in dieser Haltung. Im weiteren Verlauf, während die Sängerin in mezzosopraner Stimmlage die Bewegungen der Künstlerin aufgreift, zieht sie sich ein weißes Kleid aus dem zusammengefalteten schwarzen Tuch heraus und an. Als Abschluss trinkt sie einen Becher der Milch bevor sie auf dem weißen Papierstreifen die Szenerie verlässt. Was zurück bleibt sind schwarze Fußspuren, welche bei jedem ihrer Schritte das weiß des Papiers bezeichnet. 

In der hier zu sehenden Performance wurde als erstes ein Waschritual durchgeführt, welches Symbole und Gesten aus unterschiedlichen Kulturen vereint. Schuld und Unschuld, Freiheit und Gebundenheit, Schwarz und weiß negieren und affirmieren sich. 

Gesang: Merlind Pohl

Photographien: Hannes Fleckstein